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Straßenverkehrsunfälle von Kindern (0 bis 14 Jahre)

Kinder als die schwächsten Verkehrsteilnehmern sind zumeist unschuldige Opfer des Straßenverkehrs und deshalb besonders zu schützen. Hier werden Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden, an denen Kinder als Lenker, Mitfahrer oder Fußgänger beteiligt waren, dargestellt. Als Kinder gelten dabei unter 15-jährige Personen.

Bezug zur Kinderrechtekonvention

Artikel 6 des Übereinkommens konstatiert ein angeborenes Recht jedes Kindes auf Leben. Die Vertragsstaaten der Kinderrechtekonvention haben daher das Überleben und die Entwicklung des Kindes in größtmöglichem Umfang zu gewährleisten.

Entwicklung

Die Unfallhäufigkeit im Straßenverkehr geht längerfristig tendenziell zurück, wenn auch mit jährlichen Schwankungen, die z.T. witterungsbedingt sein können. Es empfiehlt sich daher, Fünfjahresperioden miteinander zu vergleichen. In der hier dargestellten Zeitreihe sind dies die Jahrfünfte 1992-1996 und 2012-2016. In der ersten Periode wurden in Österreich auf der Straße pro Jahr durchschnittlich 4.339 Kinderunfälle mit 4.495 verletzten und 54,8 getöteten Kindern registriert. Zwanzig Jahre später waren es jährlich 2.591 Unfälle mit 2.823 verletzten und 8,8 getöteten Kindern. Die durchschnittliche Anzahl der Unfälle verringerte sich über den Beobachtungszeitraum um rund 40%, die der Verletzten um 37% und die der Toten sogar um 84%. Da parallel dazu auch die Risikopopulation der unter 15-Jährigen schrumpfte, sanken die bevölkerungsbezogenen Raten weniger stark. Auf eine Million Kinder kamen 1992/96 pro Jahr 3.196 Verletzte und 39 Todesopfer im Straßenverkehr, 2012/16 aber nur noch 2.296 Verletzte und 7,2 Getötete. Die Raten konnten in den letzten zwei Jahrzehnten daher um 28,2% bzw. 72,6% verringert werden.

In den einzelnen Bundesländern verlief diese Entwicklung auch nach Fünfjahresperioden teilweise nicht so kontinuierlich wie im Bundesgebiet insgesamt, teilweise sogar gegenläufig. So kam es in Tirol in den zwei Quinquennien um die Jahrtausendwende zu einer deutlichen Erhöhung der Rate verletzter Kinder, weniger stark und kürzer auch in Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg. Aktuell (2012/16) sind regionale Unterschiede auf Länderebene bezüglich der Verletztenraten vor allem zwischen Vorarlberg (2,94 Promille), Niederösterreich (2,90) und Tirol (2,77) einerseits und dem Burgenland (1,43) sowie der Bundeshauptstadt Wien (1,91) andererseits feststellbar. Gleichzeitig verzeichneten Wien und die Steiermark die niedrigsten, Salzburg und das Burgenland die höchsten Todesraten.

Als risikoreichstes Verkehrsmittel erweist sich das Auto mit etwa 40% der verletzten Kinder, vor der Verkehrsart „zu Fuß“ mit etwa einem Viertel und dem Fahrrad mit etwa einem Fünftel. Von den im Straßenverkehr der letzten zehn Jahre getöteten Kindern waren 45% im Pkw, 33% zu Fuß und 10% mit dem Rad unterwegs gewesen.

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