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In-vitro-Fertilisationen

Die In-vitro-Fertilisation (IVF) ist eine Methode zur künstlichen Befruchtung. Diese ist grundsätzlich bei Ehepaaren sowie bei Paaren, die in einer eingetragenen Partnerschaft oder in einer Lebensgemeinschaft leben, zulässig.

Seit Schaffung des Fonds zur Finanzierung der In-vitro-Fertilisation (IVF-Fonds) im Jahr 2000 (IVF-Fonds-Gesetz, BGBl. I Nr. 180/1999 – Novellierung 2015) gibt es für Kinderwunschpaare unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit einer Kostenübernahme für medizinisch unterstützte Fortpflanzung durch den IVF-Fonds, wenn Behandlungen mit bestimmten Methoden der medizinisch unterstützten Fortpflanzung zur Erfüllung des Kinderwunsches medizinisch notwendig sind.

Bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen wie medizinischer Indikation usw. werden vom IVF-Fonds 70 % der Kosten für Maßnahmen der In-vitro-Fertilisation grundsätzlich für höchstens vier IVF-Versuche getragen. Dies führt zu einer finanziellen Entlastung von betroffenen Kinderwunschpaaren, da nur mehr ein Selbstbehalt in der Höhe von 30 % der Kosten vom betroffenen Paar zu übernehmen ist.

Bezug zur Kinderrechtekonvention

In Artikel 24 wird die Gesundheitsvorsorge von Kindern und Jugendlichen geregelt. Danach sollen die Vertragsstaaten das Recht des Kindes auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit anerkennen sowie die Inanspruchnahme von Einrichtungen zur Behandlung von Krankheiten und zur Wiederherstellung der Gesundheit. Weiters sollen die Vertragsstaaten bemühen sich sicherzustellen, dass keinem Kind das Recht auf Zugang zu derartigen Gesundheitsdiensten vorenthalten wird. Es soll eine angemessene Gesundheitsfürsorge für Mütter vor und nach der Entbindung gewährleistet und die Gesundheitsvorsorge, die Elternberatung sowie die Aufklärung und die Dienste auf dem Gebiet der Familienplanung ausgebaut werden.

                                   

Entwicklung

Schon von 2001 bis 2014 war in Österreich ein deutlicher Anstieg der Anzahl im IVF-Register dokumentierter Versuche von ca. 4.700 auf über 7.600, d.h. um rund 62% zu verzeichnen. 2015 und 2016 kam es zu einer sprunghaften weiteren Zunahme auf rund 9.100 (+19%) und 10.100 IVF-Versuche.

Im Rahmen des IVF-Fonds konnten 2016 insgesamt 2.092 Schwangerschaften aus IVF registriert werden (ohne Versuche mit kryokonservierten Embryonen). Dabei war der große Anstieg zwischen 2001 und 2010 von 986 auf 1.993 zu beobachten, worauf bis 2014 ein Rückgang auf 1.797 folgte.

Im Zeitraum 2001-2010 stieg die Schwangerschaftsrate (Anzahl der Schwangerschaften pro Follikelpunktion) markant von 22,8% auf 33,9%. Dies erklärt, warum die Zahl der Schwangerschaften aus einer IVF bis 2010 stärker zunahm als die der IVF-Versuche. Die hohe Schwangerschaftsrate von 2010 wurde nicht wieder erreicht; 2015 lag sie bei 30,9% und 2016 bei 28,9%.

Werden zusätzlich die Versuche mit kryokonservierten Embryonen berücksichtigt, so wurden im Jahr 2016 insgesamt 3.006 Schwangerschaften aus IVF registriert. Im Jahr 2015 waren es noch 2.814 Schwangerschaften, woraus 2.410 Geburten resultierten, welche 2,9% aller Geburten in Österreich ausmachten. Wie bei den IVF-Versuchen kam es 2015 gegenüber 2014 zu einer erheblichen Zunahme, die bei den Schwangerschaften rund 19% und bei den Geburten rund 18% ausmachte. Der Anteil der 2.047 IVF-Geburten des Jahres 2014 an allen Geburten betrug 2,5%. (Für das Jahr 2016 sind IVF-Geburtenzahlen noch nicht verfügbar.)

Der mittlerweile beobachtbare Rückgang der Schwangerschaftsrate ab 2010 ist darauf zurückzuführen, dass seitdem tendenziell weniger Embryonen transferiert werden, um das Risiko von Mehrlingen und einer damit verbundenen Risikoschwangerschaft zu minimieren. Tatsächlich waren im Jahr 2009 noch fast 24% der IVF-Geburten Mehrlingsgeburten (298 Geburten), jedoch 2015 nur mehr rund 10% (253 Geburten). Knapp ein Fünftel aller 2015 dokumentierten Mehrlingsgeburten (19,2%) waren IVF-Geburten.

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