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Bildungsausgaben – Überblick und regionale Gliederung (Verwaltungsebenen)

Die Bildungsausgaben des öffentlichen Sektors gemäß der von Statistik Austria geführten Bildungsausgabenstatistik beliefen sich im Jahr 2017 auf 10.097,6 Mio. Euro, was einem Anteil von 5,4% des Bruttoinlandprodukts (BIP) entsprach.

Der Bund (inkl. öffentlich-rechtlicher Körperschaften) tätigte 2017 mit rund 51,4% (bzw. 10,3 Mrd. Euro) mehr als die Hälfte der Bildungsausgaben, gefolgt von den Bundesländern inklusive Wien mit 34,1% (bzw. 6,9 Mrd. Euro) sowie den Gemeinden und Schulgemeindeverbänden mit 14,5% (bzw. 2,9 Mrd. Euro).

Darüber hinaus berechnet Statistik Austria Daten über öffentliche Bildungsausgaben nach der internationalen Bildungsklassifikation (ISCED), um diese an UNESCO/OECD/EUROSTAT (UOE) berichten zu können. Dabei gibt es geringfügige Unterschiede zu den oben angeführten Zahlen aus der Bildungsausgabenstatistik (auch zu finden in der jährlichen Publikation „Bildung in Zahlen“), welche sich dadurch erklären lassen, dass hier die Transparenz der Zahlungsströme im Vordergrund steht, während UOE durch vereinheitlichte Bewertungs- und Verbuchungsvorschriften die internationale Vergleichbarkeit der Daten ermöglichen wollen. Hier werden ausschließlich die Zahlen der Bildungsausgabenstatistik berichtet.

Für eine genauere Aufschlüsselung nach Bildungseinrichtungen siehe: Bildungsausgaben nach Bildungseinrichtungen

Bezug zur Kinderrechtekonvention

Artikel 28 Kinderrechtekonvention normiert das Recht auf Bildung.

Entwicklung

Seit dem Jahr 2000 wuchsen die öffentlichen Bildungsausgaben von 11,07 Mrd. € um 81,6% kontinuierlich auf 20,10 Mrd. € im Jahr 2017. Dies entsprach einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 3,58%.

In diesen 17 Jahren stiegen die Bildungsausgaben stärker als die Wirtschaftsleistung, die im Mittel jährlich um 3,30% zunahm. In Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) expandierten die öffentlichen Bildungsausgaben vor allem ab 2009. Während letztere von 2000 bis 2008 (durchschnittlich +3,88%) ähnlich stark wie ab 2009 (durchschnittlich +3,31%) wuchsen, entwickelte sich das BIP in der ersten Periode bis 2008 sogar leicht besser (im Mittel um 0,19 Prozentpunkte mehr), blieb seitdem jedoch – mit im Schnitt 0,69 Prozentpunkten weniger – deutlich zurück. Darin manifestiert sich das schwächere Wirtschaftswachstum ab der Finanzkrise in der zweiten Periode (2009 sogar einmalig negativ). Insgesamt legten die öffentlichen Bildungsausgaben seit 2000 um 8,24 Prozentpunkte mehr zu als die Wirtschaftsleistung.

Für die internationale Vergleichbarkeit des Niveaus der Kosten eines öffentlichen Bildungssystems werden diese bevorzugt ebenso ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung gesetzt. Im Zeitraum 2000-2017 lagen sie durchschnittlich bei 5,30% des BIP. Auch hier waren bis 2008 (5,11%) etwas geringere Werte als ab 2009 (5,48%) zu beobachten.

Um einen Blick auf die realen Zuwächse der gesamten öffentlichen Bildungsausgaben zu erhalten, sollte die Inflationsrate des Verbraucherpreisindex (VPI) mitberücksichtigt werden. Da diese seit 2000 im jährlichen Durchschnitt bei 1,92% lag und somit deutlich unter dem Wachstum der Bildungsausgaben, ergibt sich ein reales Ausgabenwachstum über die 17-jährige Gesamtperiode von 31,59%. Jährlich betrug der inflationsbereinigte Anstieg 1,64%.

Da im Bildungswesen nicht nur konsumiert, sondern auch investiert wird, empfiehlt sich auch eine Betrachtung mit dem Deflator der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR), welcher über die 17 Jahre im Durchschnitt knapp 1,5% erreichte. Der nach VGR bereinigte Anstieg der Bildungsausgaben war entsprechend höher und betrug jährlich 2,08%. Daraus resultiert ein reales Ausgabenwachstum nach VGR in der Gesamtperiode von 41,9%, um etwa zehn Prozentpunkte mehr als nach VPI.

Bezüglich der regionalen Gliederung (genauer: Verwaltungsebenen) ergab sich seit dem Jahr 2000 keine relevante Verschiebung zwischen den Kostenträgern. Etwas mehr als die Hälfte (durchschnittlich 52,9%) entfiel auf den Bund (inkl. öffentlich-rechtlicher Körperschaften), etwa ein Drittel auf die Bundesländer inklusive Wien (durchschnittlich 33,8%), und der Rest (13,3%) wurde von den Gemeinden und Schulgemeindeverbänden aufgebracht. Man muss erwähnen, dass Wien zugleich Land und Gemeinde ist, aber hier nur bei den Ländern gezählt wird.

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