Verbreitung und Prävention von HIV/AIDSHIV/Aids hat sich seit seinem ersten Auftreten in den frühen 1970er Jahren im damaligen Zaire (der heutigen D.R. Kongo) explosionsartig ausgebreitet. Heute leben nach Angaben von UNAIDS/WHO (2008) weltweit 33,4 Millionen Menschen mit HIV. 95 Prozent von ihnen leben in ärmeren Ländern. Aids zählt neben infektiösen Durchfallerkrankungen, Pneumonien, Tuberkulose und Malaria weltweit zu den fünf häufigsten Todesursachen. In Afrika steht die Krankheit dabei an erster Stelle. Sexuelle Gewalt ist eine häufige Ursache für die Infektion. V.a. Mädchen werden bei Vergewaltigungen angesteckt und viele Menschen, die sexuelle Gewalt als Kind erlebt haben, üben später riskante Sexualpraktiken (ungeschützten Sex), was wiederum zur Übertragung beiträgt. Kinder sind in Nordamerika und West- und Zentraleuropa von HIV/Aids kaum betroffen. Osteuropa und Zentralasien jedoch sind zwei Regionen mit dem größten Zuwachs von HIV-Infizierungen, auch Kinder und Jugendliche sind in Osteuropa und Zentralasien mit 20.000 Fällen bereits stark betroffen. Hauptsächliche Ursache für den rasanten Anstieg in dieser Region ist der Dogenkonsum. AIDS in Österreich Insgesamt haben seit dem Beginn der Epidemie 1983 in Österreich weniger als 50 Kinder HIV erworben, von denen inzwischen 16 gestorben sind, der letzte Fall war 1996. Nationale Epidemiologie und Prävention: Alle anderen ursprünglichen Risiken im Bereich der Blutsicherheit der nosokomialen Infektion, der Mutter zu Kind Übertragung sowie der Übertragung durch kontaminierte Nadeln beim Drogengebrauch sind durch konsequente Implementierung von Maßnahmen in Österreich weitgehend eliminiert worden. Die jährliche Zahl etwa 500 Neuinfektionen zeigt jedoch auch, dass die HIV/AIDS Epidemie bei uns nach wie vor nicht zum Stillstand gekommen ist. Zunehmende Sorglosigkeit und mangelndes Wissen bergen das stete Risiko eines Wiederaufflammens der Epidemie auch in Österreich. Alte und neue Erkenntnisse müssen daher in eine verstärkte Aufklärung einfließen. Zielgruppen sind vor allem Heranwachsende für die HIV/AIDS sein bedrohendes Gesicht verloren hat und besonders vulnerable Gruppen am Rande der Gesellschaft. Alle alten Botschaften behalten ihren Wert. Neue zusätzliche Botschaften müssen umgesetzt werden.
In Österreich wurden bereits Mitte der achtziger Jahre die Zivilgesellschaft und zahlreiche Nichtregierungsorganisationen in die Prävention und Aufklärung eingebunden. Die kontinuierliche Förderung der AIDS-Hilfen und die enge Zusammenarbeit haben dazu geführt dass die Vereine eines der Hauptstandbeine der individuellen Prävention, der Antidiskriminierung und des freien Zugangs zu kostenloser anonymer Testung sind. Sie decken sowohl den Schulbereich als auch den Zugang zu Hochrisikogruppen ab. Die Gesundheitsbehörde konnte sich daher von Anfang an auf regulatorische Bereiche und andere Kernbereiche wie Blutsicherheit, Sicherheit von Hämoderivaten, Spitalshygiene, Qualitätskontrolle in der Testung und Therapie konzentrieren. HIV/AIDS ist zusätzlich ein integrativer Bestandteil vieler Gesellschaftsnormen geworden und in vielen Rechtsbereichen wie Soziales, Arbeitswelt und Wirtschaft nicht mehr herauszuhalten. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit eine zunehmende Bedeutung. Diese Zusammenarbeit gehört wesentlich verstärkt, weil der zunehmende freie Personen- und Warenverkehr auch bei den chronischen Infektionskrankheiten zunehmend an Bedeutung gewinnt. Menschenrechte haben seit Beginn einen entscheidenden Stellenwert in der HIV/AIDS Bekämpfung gehabt. Grundrechte wie Zugang zu freier kostenloser Testung und zu Therapien mit ganz besonderem Augenmerk auf Migrant/innen sind in Österreich implementiert. Abschiebung von HIV+ Personen oder solchen die an TB-leiden gehören EU-weit geächtet. Diskriminierungen in der Gesellschaft und besonders am Arbeitsmarkt gehören vehement EU-weit bekämpft. (Thema des Monats Juli 2010) Mag. Alexander Schwentner: Kinderrechte in der Bekämpfung von HIV/AIDS
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