Sprachliche und kulturelle Vielfalt in SchulenSprachliche und kulturelle Vielfalt in Österreichs Schulen Mit Kindern und Jugendlichen aus mehr als 160 Staaten sind viele Schulen in Österreich international besetzt. Etwa 10 Prozent aller Schüler/innen sprechen in ihrem Alltag neben Deutsch eine andere Sprache. Sie können sich also in zwei Sprachen verständigen. Dies ist in erster Linie eine Chance für alle Beteiligten. Kinder können schon früh und ganz selbstverständlich im Alltag mit der Vielfalt an Kulturen vertraut werden, voneinander lernen und den multikulturellen Dialog üben. Diese Diversität bedeutet aber auch eine große Herausforderung v.a. für jene Schulen/Klassen, die sprachlich besonders inhomogen sind. Daher ist es wichtig, dass alle Kinder unsere Unterrichtssprache früh lernen. Maßnahmen zur Förderung der Sprachkompetenz Um die vorschulische Bildung und die Sprachkompetenz von Kindern zu stärken, hat die Bundesregierung beschlossen, den Ländern für den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen für drei Jahre € 45 Mio zur Verfügung zu stellen (MRV, 11. Juli 2007). Damit sollen die Voraussetzungen für gute Bildung für alle Kinder verbessert und das Recht des Kindes auf Entfaltung all seiner Fähigkeiten umgesetzt werden. Sprachliche Frühförderung in Kindergarten und Volksschule Die Beherrschung der deutschen Sprache ist die Voraussetzung für eine rasche Integration, bessere Schulerfolge und größere Chancen am Arbeitsmarkt. Damit alle Kinder die Unterrichtssprache Deutsch erwerben können, wurden folgende Maßnahmen gesetzt: a) Initiative Frühe Sprachförderung“ im Kindergarten: Um schon vor Schuleintritt den Sprachstand feststellen und mit der sprachlichen Förderung bereits im Kindergarten beginnen zu können, wurde die Schülereinschreibung um ein Jahr vorverlegt. Der Bund unterstützt die zuständigen Länder und Gemeinden mit € 80 pro Kind, damit die bereits laufenden Fördermaßnahmen der Länder und Gemeinden verstärkt werden und möglichst alle Kinder, die die deutsche Sprache nicht ausreichend verstehen, die Chance auf eine Förderung erhalten. Rund 8.000 Kinder haben in den letzten Monaten diese Sprachförderung bereits erhalten. b) Sprachförderkurse an Volksschulen: Kinder, die Deutsch noch nicht oder nur mangelhaft beherrschen (auch wenn sie die frühe Sprachförderung im Kindergarten in Anspruch genommen haben), erhalten an den Volksschulen eine Sprachförderung. Im Schulpaket II ist vorgesehen, dass Kinder, die die Unterrichtssprache Deutsch nicht beherrschen, 11 Stunden aus dem Regelunterricht genommen werden und in Sprachfördergruppen mit acht bis zwölf Kindern einen intensiven Deutschunterricht erhalten. Seit der Aufstockung um 400 Planstellen für Lehrer/innen im Schuljahr 2006/07 werden nun 18.000 außerordentliche Schüler/innen betreut. Darüber hinaus können Schüler/innen auf Basis der Lehrplanbestimmungen für Deutsch als Zweitsprache auch über die Volksschule hinausgehend einen besonderen Förderunterricht in Deutsch (in Kleingruppen oder integrativ) erhalten. c) Am 11. Juli 2007 hat die Bundesregierung beschlossen, weitere Mittel in die Förderung der Sprachkompetenz von Kindern zu investieren. Förderung der Lesefähigkeit Im Jahr 2002 wurde die Aktion "Lesefit" gestartet und durch die Initiative "Lesen fördern" erweitert. Die Leseförderung stützt sich auf das Lesescreening in der 3. und 5. Schulstufe. Begleitende Forschung, Handreichungen für Lehrer/innen und Unterrichtsmaterialien unterstützen die Initiativen. Interkulturelles Lernen Anfang der 1990er Jahre wurde "Interkulturelles Lernen" als Unterrichtsprinzip verankert, um die aus der Vielfalt gegebenen Lernprozesse nicht nur zu tolerieren, sondern ausdrücklich zu fördern. - Den Erkenntnissen aus der Sprachwissenschaft folgend, können Pflichtschüler/innen mit einer anderen Muttersprache als Deutsch bis zu sechs Schuljahre einen besonderen Förderunterricht in der Unterrichtssprache Deutsch erhalten. - SchülerInnen, die die deutsche Sprache erst lernen müssen, brauchen bis zu zwei Jahre lang nicht benotet werden. Erst dann wird davon ausgegangen, dass sie dem Unterricht ausreichend folgen können müssen, um vergleichbare Leistungen zu erbringen. - Da gute Kenntnisse in der Muttersprache beim Erlernen der Zweitsprache Deutsch nützlich sind, soll die vorhandene Zweisprachigkeit in der Schule gefördert werden. Daher gibt es an den allgemein bildenden Pflichtschulen grundsätzlich die Möglichkeit des muttersprachlichen Unterrichts, wenn sich genügend Schüler/innen für diesen Unterricht anmelden und eine qualifizierte Lehrkraft für die jeweilige Sprache zur Verfügung steht. - Ein breites Angebot an Kinderbüchern in den häufigsten Migrant/innensprachen sowie zwei- und mehrsprachige Bücher soll die muttersprachliche Kompetenz stärken und damit auch den Erwerb der Zweitsprache Deutsch erleichtern: www.buch-mehrsprachig.at - Interkulturalität und Mehrsprachigkeit – eine Chance!“ Die im Schuljahr 2006/07 gestartete Aktion wird aufgrund der großen Resonanz und anlässlich des Europäischen Jahres des interkulturellen Dialogs 2008“ im laufenden Schuljahr wiederholt. - Datenbank: Interkulturelle Schulprojekte: www.projekte-interkulturell.at (Thema des Monats Februar 2008) |
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