„Kinder in die Mitte“ - Miteinander der GenerationenUnter dem Thema Kinderverträglichkeitsprüfung“, werden Methoden und Verfahren verstanden, die allesamt dazu dienen sollen, dass in politischen Entscheidungen die Auswirkungen auf Kinder überprüft werden. Hier wird am Beispiel eines Bundeslandes gezeigt, wie Kindern eine bessere Position – in der Mitte der Gesellschaft – eingeräumt werden soll: Kinderpolitik zur Chefsache“ erklärt, eine deutliche Öffentlichkeitsarbeit und zahlreiche Projekte unter das Motto Kinder in die Mitte“ gestellt, haben in gut drei Jahren dazu beigetragen, dass die Arbeit für und mit Kindern in den Köpfen vieler Menschen ein anderes Gewicht bekommen hat. "Kinder in die Mitte" - Miteinander der Generationen Ing. Thomas Müller MAS, Projektleitung "Kinder in die Mitte" - Miteinander der Generationen, von Vertreter/innen der Sozialeinrichtungen initiiert, ist ein Projekt des Landes Vorarlberg unter der Schirmherrschaft des Landeshauptmanns. Ziel des Projektes ist, Vorarlberg zur kinder-, jugend- und familienfreundlichsten Region zu machen. Ziele von "Kinder in die Mitte"
Bürgergutachten: Bürgerbeteiligung und "Empowerment" Die Herangehensweise an das Thema verdeutlicht eines der zentralen Anliegen von Kinder in die Mitte: die Bürger/innen in die Willensbildung einzubinden. In einem vom Vorarlberger Zukunftsbüro organisierten umfassenden Prozess von Bürgerbeteiligung wurde ein Gutachten erarbeitet (der gesamte Prozess wurde 2005 mit dem ÖGUT-Umweltpreis in der Kategorie Partizipation“ ausgezeichnet). Die Menschen werden dabei als Expert/innen für ihre eigenen Anliegen angesehen und Kinder, Jugendliche, Eltern, Nachbarschaft, Vereine, Gemeinden usw. sollen dazu ermutigt und darin unterstützt werden, für sich Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Weiters fanden Zukunftswerkstätten mit Kindern und Jugendlichen sowie Open Space-Veranstaltungen mit Expert/innen statt. Die Landesregierung hat sich verpflichtet, die Empfehlungen des Bürgergutachtens auf ihre Umsetzbarkeit hin zu prüfen und nach Möglichkeit entsprechende Maßnahmen zu setzen. Aus dem Gutachten ergaben sich fünf Handlungsfelder: kommunaler Nahraum, Familie/Berufswelt, Kindergarten/Schule, Rahmenbedingungen sowie Bewusstseinsbildung. Aus den Ideen und Visionen, die zu diesen Themen erarbeitet wurden, wurden konkrete Projekte abgeleitet. Struktur Da die Lebensbereiche ineinander verzahnt sind, wurde eine Projektstruktur gewählt, die vernetzt und flexibel agieren kann. Ein Lenkungsausschuss mit dem Landeshauptmann an der Spitze überblickt den Ablauf, ein Koordinationsteam sowie ein Projektteam begleiten die Projektleitung strategisch und inhaltlich. Die Projektleitung selbst übernimmt Organisationsaufgaben und Koordination. Zentrales Anliegen Ein zentrales Anliegen von "Kinder in die Mitte" ist es, die Perspektive von Kindern, Jugendlichen und Familien in möglichst viele Umfelder und Entscheidungsprozesse einzuführen – sowohl gesellschaftlicher als auch politischer Art. Das Thema umfasst alle Lebensbereiche (Kindergarten, Schule, Arbeitswelt, Nachbarschaft, Politik, Landwirtschaft…) und betrifft alle Mitglieder und Gruppen einer Gesellschaft. Kinder in die Mitte – Miteinander der Generationen“ ist ein auf lange Sicht angelegter Prozess, der die Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse und Wünsche von Kindern und Jugendlichen erhöhen soll – die Initiative soll auch Anstoß sein, einen Wertewandel in der Gesellschaft zu fördern. "Kinder in die Mitte" geht jede und jeden etwas an Kinder in die Mitte“ – Miteinander der Generationen kann nur erfolgreich sein, wenn eine Sensibilisierung der Gesellschaft und Politik für die Bedürfnisse unserer Jungen und Jüngsten stattfindet. Damit wird konsequent ein Schritt in der Umsetzung der Menschenrechte vollzogen: Nach den Männer- und Frauenrechten sollen auch die Kinderrechte fokussiert werden und damit relevante Entscheidungen in eine Balance zwischen dem Wohl des Einzelnen und der Gesamtgesellschaft finden: Kindern und Jugendlichen Raum und Zuwendung zu geben ist unerlässlich für eine gute individuelle Entwicklung und trägt dazu bei, dass eine Gesellschaft an ihre eigenen Kräfte zu Erneuerung und Entwicklung glaubt. Die grundsätzlich positive Einstellung jedes und jeder Einzelnen kann dazu beitragen, dass sich Kinder und Jugendliche in unserer Mitte wohl fühlen. Langfristig wird dadurch auch unsere soziale und wirtschaftliche Zukunft gesichert. Für die Menschen in Vorarlberg soll es einfacher werden, eine Familie zu gründen und Kinder groß zu ziehen. Junge Menschen sollen am Gemeinschaftsleben beteiligt werden und in ihrer Verantwortung gefördert werden. Unerlässlich dazu ist ein gutes Miteinander der Generationen, geprägt durch Wertschätzung und Respekt, unabhängig von Alter und Produktivität. Vor allem Kinder und Familien, die an den Rand unserer Gesellschaft geraten sind oder gedrängt werden, bedürfen unserer besonderen Aufmerksamkeit und Förderung. Nicht zuletzt am Umgang mit den Kindern entscheidet sich die Zukunft unserer Gesellschaft. Kinder, die in einer optimistischen, fördernden und liebevollen Umgebung aufwachsen können, werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsene mit aller Kraft für das Wohlergehen ihrer Freunde, Familien und Gemeinschaft einsetzen. Die Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt zu rücken bedeutet daher in die Lebensqualität gegenwärtiger und künftiger Generationen zu investieren. Kindern und Jugendlichen Raum und Zuwendung zu geben bedeutet auch, dass eine Gesellschaft an ihre eigenen Kräfte zu Erneuerung und Entwicklung glaubt.
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