Das Verhalten der Kinder als Antwort auf ihre Umgebung
Kinder nehmen die grundlegendsten Erfahrungen aus dem häuslichen Umfeld mit, später kommt noch der Einfuss von außen hinzu. In dieser Entwicklung von Grenzen, Freiheit und Eigenverantwortung entsteht ein individuelles Verhalten der Kinder als Antwort auf ihre Umgebung. Daraus lässt sich schließen wie viel Stress bzw. Druck – also Schule und Freizeitaktivitäten – man jedem einzelnen Kind zumuten kann, was selbstverständlich ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl der Erwachsenen (Eltern und Lehrer/innen) erfordert.
Lösungen in Sicht?
Ins Detail gehend heisst das, dass zum Beispiel Lehrer/innen sich untereinander verstärkt über die bestehenden bzw. erforderlichen Leistungen eines Schülers austauschen, jedoch nicht vergessen sollten, die Eltern miteinzubeziehen. Ganz generell kann man auch – wie bereits erwähnt – über eine Veränderung des Berufsbildes der Lehrer/innen sprechen.
Einen interessanten Aspekt hierzu bietet Finnland, wo eine Art Personal Coach“ an manchen Schulen eingeführt wurde. Dieser prüft den Gesamtarbeitsaufwand sowie das Zeitmanagement eines Kindes und bietet Optimierungsvorschläge unter Einbindung der Erziehungsberechtigten an. Kurz: vom Sprachrohr zur Wissensverbreitung hin zum Begleiter, Berater, Organisator und Therapeuten. Diese Variante hat aber einen großen Nachteil: die Finanzierbarkeit.
Dank den neuesten PISA-Ergebnissen wissen wir aber, dass etwas getan werden muss und dass die skandinavischen Schulsysteme hier auf alle Fälle als Vorbild fungieren.
Eine weitere Maßnahme wäre die verstärkte Kombination von Schule mit außerschulischem Engagement, wie die Idee des Anrechnens von bestimmten Freizeitaktivitäten für die Schule. Praktisch gesehen, könnte man ja den privaten Trompeten- oder Gitarrenuntericht eines Kindes für eine Schule mit musikalischem Schwerpunkt in gewisser Weise anrechnen oder die Tennis-Stunden für ein Sportgymnasium.
Ziel sollte darüber hinaus sein, die in der Mehrheit allgemein vorherrschende eher negative Stimmung der Kinder von Ich muss in die Schule gehen“ in Ich darf/will in die Schule gehen“ zu ändern und somit dem schulischen Druck entgegenwirken zu können, indem an Grundeinstellungen gearbeitet wird. Denn auch die Einstellung der Kinder zum Lernen und zu Schule wirkt einem belastenden Stressempfinden entgegen.
In diesem großen Kontext mit vielen einzelnen Faktoren sollte man jedoch eines nicht vergessen:
Kinder gehören weder den Eltern noch den Lehrern/innen oder gar der Schule, sie gehören sich selbst!
Kinder brauchen Freiräume
Freiräume, in diesem Fall bedürfnis- und altersgerechte Spielräume in freier Natur, sind ein wichtiges Instrument, um Kinder in physischer (Bewegung) und psychischer (Sozialisation, Kreativität) Hinsicht zu fördern.
Zusätzlich sind dies auch für Erwachsene Orte – ob Kinderspielplatz oder Skatepark – für einen gemeinsamen Austausch und Miteinander mit ihren Kindern, aber auch mit anderen Eltern.
(Thema des Monats Juli 2006)
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