Kommerzielle Sexuelle Ausbeutung von KindernWeltweit werden Jahr für Jahr mehrere Millionen Kinder kommerziell in Prostitution und Pornographie sexuell ausgebeutet – Tendenz steigend. Prostitution von und Pornographie mit Kindern ("Kinderpornographie") sind oft verbunden mit Kinderhandel, der mit dem Drogen- und Waffenhandel zu den lukrativsten kriminellen Geschäften gehört. Während die Opfer meist aus Entwicklungsländern oder aus Südosteuropa stammen, leben die Konsumenten vielfach in den wohlhabenden Industrieländern. Das Abschlussdokument vom III. Weltkongress gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern (Rio de Janeiro, Nov. 2008) nennt als Ursachen für die zunehmende Gefährdung von Kindern, sexuell ausgebeutet zu werden: steigende Armut, soziale Ungleichheit und Ungleichheit der Geschlechter, soziale Ausgrenzung, Drogen- und Alkoholmissbrauch, HIV/AIDS, Katastrophen und Gewalt, Kriege und Bürgerkriege, welche die für den Schutz von Kindern verantwortlichen Familien aufbrechen, sowie steigende Nachfrage nach Sex in allen Regionen und Ländern aufgrund eines Klimas der sozialen Toleranz und Straflosigkeit. Mädchen und Buben werden mangels Einkommensalternativen in die Prostitution gezwungen, über Kinderhandel und "Sextourismus" den Konsumenten überall verfügbar gemacht. Wie die zunehmende physische Mobilität die Prostitution erleichtert und immer mehr Kinder zum Objekt des Missbrauchs macht, so begünstigen die neuen und sich entwickelnden Informations- und Kommunikationstechnologien den Konsum von Pornographie mit Kindern. Die sexuelle Ausbeutung von Kindern ist eine grobe Verletzung ihrer Rechte, sie missachtet ihre menschliche Würde und physische wie psychische Integrität. Pornographie mit Kindern ist eine besondere Bedrohung. Denn bei Kinderpornographie“ werden Kinder nicht nur“ bei sexuellen Handlungen gezeigt, sondern Mädchen und Buben werden vor der Kamera vergewaltigt, erniedrigt und gequält. Oft sind die eigenen Eltern oder Verwandten daran beteiligt und selbst ganz kleine Kinder, auch Babys werden nicht verschont. Und all diese Grausamkeiten finden unzählige Konsumenten, anonym im Internet, auf virtuellen Tauschbörsen, auf der ganzen Welt. 2008 wurden über 1.000 kommerzielle und rund 500 nicht-kommerzielle Webseiten kinderpornografischen Inhalts aufgedeckt, davon 71 % in den USA. Schätzungen zufolge werden etwa 20 % der Kinder-Porno-Webseiten nicht kommerziell (hauptsächlich Peer-to-Peer) betrieben (Information der Europäischen Kommission). Die Vertragsstaaten der UN-Kinderrechtskonvention haben daher beschlossen, die Bestimmungen der Konvention (Art. 11, 21, 32, 33, 34, 35 und 36) zu spezifizieren, um durch geeignete Maßnahmen den Schutz vor Verkauf von Kindern, Kinderprostitution und Kinderpornographie zu gewährleisten. Das Zusatzprotokoll zur KRK betreffend den Verkauf von Kindern, die Kinderprostitution und die Kinderpornographie soll die Prävention von sexueller Ausbeutung, den Schutz der Opfer und die Bestrafung der Täter verstärken. Im Sinne dieses Protokolls bedeutet a) "Verkauf von Kindern" jede Handlung oder jedes Geschäft, mit denen ein Kind gegen Bezahlung oder für eine andere Gegenleistung von einer Person oder Personengruppe an eine andere übergeben wird; b) "Kinderprostitution" die Benutzung eines Kindes bei sexuellen Handlungen gegen Bezahlung oder jede andere Art der Gegenleistung; c) "Kinderpornographie" jede Darstellung eines Kindes, gleichviel durch welches Mittel, bei wirklichen oder simulierten eindeutigen sexuellen Handlungen oder jede Darstellung der Geschlechtsteile eines Kindes zu vorwiegend sexuellen Zwecken. (Art. 2) (Thema des Monats Juli 2009) **** Internationale Bemühungen im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern Astrid Winkler: 3. Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern (Rio de Janeiro, 2008)
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