Kinderrechtskonforme Berichterstattung in den MedienRichtlinien und Prinzipien für Kinder betreffende Berichterstattung Medien zeichnen in ihrer Berichterstattung ein bestimmtes Bild des Kindes, das die Vorstellungen darüber, wer Kinder und Jugendliche sind und wie sie sich verhalten, beeinflusst. Dieses Bild kann Respekt und Achtung vor dem jungen Menschen hervorrufen, aber es kann genauso Vorurteile und Stereotypen verbreiten, die einen negativen Einfluss auf die öffentliche Meinung und die Politiker/innen haben. Dagegen kommt ausbalancierte und gründlich recherchierte Berichterstattung den Kinderrechten zugute. Daher hat sich der UN-Kinderrechtsausschuss in einer internationalen Expert/innen-Tagung (1996) dem Thema Kind und Medien“ gewidmet. Der Ausschuss hat dabei seine Überzeugung ausgedrückt, dass die Medien besonders wichtig sind für die Verwirklichung und Umsetzung der Kinderrechtskonvention. Inspiriert von dieser UN-Tagung hat zwei Jahre später auch der internationale Dachverband nationaler Journalistenverbände, die Internationale Journalistenföderation, eine Konferenz zu Journalismus und Kinderrechte“ abgehalten (Brasilien, 2.5.1998) und Richtlinien und Prinzipien für die Berichterstattung über Kinder“ verabschiedet. Diese Richtlinien geben dabei sehr eindeutige und immer noch gültige Aufträge, wenn immer Kinder mit im Spiel sind: höchste Genauigkeit und Sensibilität in der Berichterstattung, keine Stereotypen und Sensationsjournalismus, vorsichtiges Abwägen der Konsequenzen einer Publikation für das Kind, Wahrung der Identität, Kindern die Möglichkeit geben, ohne Beeinflussung selbst ihre Meinung in den Medien klarzumachen, keine sexualisierten Bilder von Kindern und schließlich auch, dass Journalist/innen die Berichterstattung und Überprüfung durch den UN-Kinderrechtsausschuss im jeweiligen Land kritisch beleuchten. Konkret lauten die Richtlinien folgendermaßen: Alle Journalist/innen und professionell in Medien Tätige haben die Pflicht, die höchsten ethischen und professionellen Standards aufrecht zu erhalten. Sie haben auch die Aufgabe, über die Kinderrechte sowie deren Auswirkungen auf die Ausübung eines unabhängigen Journalismus so breit wie möglich zu informieren. Medienbetriebe sollen die Untersuchung und öffentliche Diskussion folgender Themen für wichtig erachten: Missachtung der Kinderrechte und Fragen, die die Sicherheit, Privatsphäre, Erziehung, Gesundheit und soziale Sicherheit sowie alle Formen der Ausbeutung betreffen. Alle journalistischen Aktivitäten, die das Leben und das Wohlbefinden von Kindern betreffen, sollen immer vom Verständnis für die besondere Verwundbarkeit von Kindern getragen sein. Journalist/innen und Medienbetriebe sollen immer die höchsten ethischen Standards wahren wenn über Kinder betreffende Themen berichtet wird. Im Besonderen sollen sie:
Medien sollten nicht über die Situation von Kindern lediglich als Event berichten, sondern auch über die Hintergründe, die zu dem berichteten Ereignis geführt haben. Dies ist besonders im Zusammenhang mit Berichterstattung über Gewalt an Kindern von besonderer Bedeutung. Im Rahmen einer parlamentarischen Enquete am 3. Juli 2008 haben ExpertInnen das Spannungsfeld Medienrecht und Opferschutz beleuchtet. Die im Impulsreferat von Mag. Holger Eich erzählte Geschichte zeigt die Perspektive des Opfers – nachzulesen in der Expertenstimme.
Medien- und Kinderrechte-Handbuch für Journalist/innen (www.eldis.org) Das Handbuch soll im Medienbetrieb tätigen Menschen zu verstehen helfen, wie die Einhaltung der Kinderrechte und die Berichterstattung das Leben von Kindern beeinflussen können. Aufbauend auf den praktischen Erfahrungen von Journalist/innen zielt das Handbuch darauf ab, eine verantwortungsvolle Berichterstattung über Kinder zu fördern. Es will auch zeigen, welchen Einfluss das Verhalten und die Entscheidungen von Erwachsenen auf Kinder haben sowie Medienmenschen ermuntern, in ihrer Arbeit die Rechte der Kinder zu stärken und Kindern helfen, eine aktive Rolle in den Massenmedien zu spielen. Das Handbuch bezieht sich auf zwei Meilensteine der Kinderrechtsgeschichte: Die UN- Millenniumsziele (MDGs, 2000) und das Abschlussdokument des Weltkindergipfels A world fit for children“ (2002). Es enthält die Richtlinien der Internationalen Journalistenföderation und über sechzig nützliche Kontakte für Journalist/innen, die nach Fakten, Zahlen, Zitaten und Rat bezüglich Kinderrechten suchen. Wichtigste Themen darin sind: Kinder mit Behinderungen, Kinderarbeit, Kinder in bewaffneten Konflikten, Kindergesundheit und -wohlfahrt, Identität von Kindern, Meinung von Kindern und ihre Bürgerrechte, Kinder und Medien. Thema des Monats Jänner 2009 (MO) Mag.a Elisabeth Schaffelhofer-Gracia Marquez: Richtlinien und Prinzipien für Kinder betreffende Berichterstattung Mag. Holger Eich, Kinderschutzzentrum Wien: "Medien und Opferschutz" |
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