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Elternberatung vor Scheidung

Beratung von Eltern nach § 95 Abs. 1a AußStrG über die spezifischen aus der Scheidung resultierenden Bedürfnisse ihrer minderjährigen Kinder

Mit dem durch das Kindschafts- und Namensrechtsänderungs-Gesetz 2013 eingeführten § 95 Abs. 1a AußStrG haben sich Eltern vor einer Regelung der Scheidungsfolgen bei Gericht „über die spezifischen aus der Scheidung resultierenden Bedürfnisse ihrer minderjährigen Kinder bei einer geeigneten Person oder Einrichtung beraten zu lassen“.

Liste der anerkannten Berater/innen

Gerade weil Kinder in den spannungsgeladenen Zeiten einer bevorstehenden Scheidung der Eltern es üblicherweise nicht schaffen, ihr Bedürfnis nach Sicherheit, Geborgenheit und Zuwendung von diesen einzufordern, soll dem Kindeswohl mit dieser gesetzlich verpflichtenden Beratung von Eltern rund um eine anstehende Scheidung zumindest indirekt – wie in der Kinderrechtekonvention (Artikel 1) und ähnlich im §138 ABGB festgeschrieben – zur Geltung verholfen werden: das „Kindeswohl“ ist kein beliebiges Schlagwort, sondern vom Begriff des Kindeswohls umfasst sind das Recht des Kindes auf Fürsorge, Geborgenheit und Schutz der körperlichen und seelischen Integrität, die Berücksichtigung seiner Meinung sowie die Bedeutung verlässlicher Kontakte des Kindes zu beiden Elternteilen und wichtigen Bezugspersonen.

Durch die Neuerungen des KindNamRÄG 2013 soll der Fokus in Pflegschaftsverfahren stärker auf die Bedürfnisse des Kindes gerichtet und die Interessen und das Wohl des Kindes in vor Gericht ausgetragenen Obsorge- und Kontaktrechtskonflikten deutlicher in den Vordergrund gerückt werden.

Dies bedeutet folgerichtig, dass alle Paare in Österreich, die eine einvernehmliche Scheidung anstreben, gesetzlich verpflichtet sind, sich über die mit einer Scheidung verbundenen Folgen für minderjährige Kinder beraten zu lassen und dies gegenüber dem Gericht – etwa durch Vorlage einer Bestätigung – glaubhaft zu machen.

Auf Grundlage eines vom Bundesministerium für Familien und Jugend gemeinsam mit den Kinder- und Jugendanwaltschaften und dem Bundesministerium für Justiz auf Basis der Qualitätsstandards und Empfehlungen durchgeführten Anerkennungsverfahrens steht mit der Liste der anerkannten Berater/innen in ganz Österreich ein umfassendes Beratungsangebot zu Verfügung.

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